Andrologie (Erektile Dysfunktion; Infertilität)
Innerhalb der urologischen Spezialsprechstunden hat die Männersprechstunde (Andrologie) einen festen Platz. Jeden Freitag zwischen 8 und 12 Uhr können hier alle Probleme „rund um den Mann“ angesprochen werden, z.B. die erektile Dysfunktion.
Das Nachlassen der „Manneskraft“, auch als Erektionsstörung, Potenzstörung oder Impotenz bezeichnet, stellt viele Männer vor ein Problem, da keine für den normalen Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion erreicht werden kann.
Bei der Erektion erweitern sich die Gefäße der Schwellkörper und füllen sich vermehrt mit Blut. Das Zusammenziehen der Muskeln um die Blutgefäße verhindert das schnelle Abfließen des Blutes und hält so die Erektion aufrecht.
Gelegentliche Erektionsstörungen sind normal und können in jedem Alter vorkommen. Bereits mehr als 20% der über 40-jährigen Männer berichten über eine verminderte Erektionsfähigkeit. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass häufig organische Ursachen mitverantwortlich sind, wie z.B. Begleitsymptome von Herz-Kreislauferkrankungen oder eines Diabetes mellitus. Hierbei kann ein neu aufgetretener Erektionsverlust in seltenen Fällen auch der Vorbote eines drohenden Herzinfarktes sein. Mit zunehmendem Alter führen ein abnehmendes sexuelles Verlangen aufgrund verminderter Hormonproduktion sowie altersbedingte Schädigungen der Schwellkörper und der zuführenden Blutgefäße zum Nachlassen der Erektionsfunktion.
Die Potenzfunktion ist oftmals von großer Bedeutung für das Selbstbild und das Selbstwertgefühl des Mannes. So kann eine erlittene Erektionsstörung beim nächsten sexuellen Kontakt zu einem erhöhten Leistungsdruck führen, was wiederum die Erektionsstörungen verstärken kann.
Was kann man(n) tun?
Psychische Probleme sollten gemeinschaftlich mit der Partnerin/dem Partner besprochen werden, auch unter Zuhilfenahme eines Experten (Arzt/Psychologe). Vermeiden Sie außerdem den übermäßigen Genuss von Alkohol und Zigaretten. Und versuchen Sie, keine überhöhten Anforderungen an sich selbst zu stellen. Zur Beurteilung, ob eine medikamentöse Therapie möglich bzw. sinnvoll ist, ist eine fachärztliche Beratung zu empfehlen.
Wann soll ich zum Arzt?
Was kann er tun?
Beim mehrmaligen Auftreten einer Erektionsstörung innerhalb kurzer Zeit sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, ob psychische oder organische Ursachen vorliegen. Die ärztliche Beratung und Untersuchung kann mögliche Ursachen abklären. So besteht die Möglichkeit einer gezielten Therapie durch die Einnahme von Medikamenten oder unter Verwendung von Erektionshilfen. In bestimmten Fällen ist auch eine Operation zur Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit nötig.
Refertilisierungsoperationen
In Deutschland lassen sich pro Jahr 30.000 Männer sterilisieren. Hievon besteht bei ca. 5-7% der Patienten das Anliegen, die durchgeführte Operation wieder rückgängig zu machen, da ein erneuter Kinderwunsch besteht. Sich ändernde Lebensumstände, wie Partnerwechsel, erneuter Kinderwunsch in einer festen Beziehung, jedoch auch tragische Umstände wie der frühe Tod eines Kindes sind oftmals die Beweggründe. Nach erfolgter Vasektomie besteht die Möglichkeit der direkten Spermienentnahme durch eine Operation aus dem Hodengewebe für eine nachfolgende künstliche Befruchtung (in vitro Fertilisation). Seitdem die Kosten für eine in vitro Fertilisation jedoch nur noch zum Teil von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, ist die Refertilisierungsoperation (Vasovasostomie) zur Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit des Mannes eine besonders wichtige Methode geworden. Ebenso ist nach erfolgter Vasovasostomie die Zeugung auf natürlichem Wege wieder möglich.
Der operative Eingriff:
Die Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit nach erfolgter Samenleiterunterbindung wird in der medizinischen Fachsprache Vasovasostomie genannt. Dieser Eingriff wird an unserer Klinik in Vollnarkose durchgeführt und dauert ca. 3 Stunden. Der Krankenhausaufenthalt beträgt 2 Tage. Während der Operation werden 2 kleine Schnitte im Bereich des Skrotums (Hodensack) durchgeführt. Die Samenleiterenden, die vormals durchtrennt worden sind, werden wieder mikrochirurgisch aneinander genäht. Hierbei erfolgt zunächst die Prüfung der Durchgängigkeit beider Samenleiter. Ist diese gegeben, erfolgt die direkte Naht der Samenleiterenden. Dieses geschieht mit sehr dünnen Nylonfäden unter einem Operationsmikroskop unter 8-16facher Vergrößerung, und wird an unserer Klinik von ausgebildeten Mikrochirurgen durchgeführt. Sollte sich während der Operation keine Samenflüssigkeit aus dem zum Nebenhoden führenden Samenleiter entleeren, kann die direkte Naht des Samenleiters (Ductus defferens) an den Nebenhoden erforderlich sein (sog. Tubulovasostomie).
Die Erfolgsraten für eine erneute Zeugungsfähigkeit liegen bei ca. 80%. Ist der vorangegangene Eingriff der Vasektomie nicht länger als 2 Jahre her, besteht die größte Erfolgsaussicht, jedoch auch 10 Jahre nach vorangegangener Sterilisierung ist die Chance auf eine erneute Zeugungsfähigkeit gegeben.
Nach der Operation ist für 3-5 Tage eine körperliche Schonung einzuhalten, eine enge Unterhose oder ein Suspensorium sollte für 3 Wochen getragen werden. Auf Saunabesuche und Vollbäder sollte für 4 Wochen verzichtet werden, ebenfalls sollte die sexuelle Enthaltsamkeit so lange andauern. Die Überprüfung des Ejakulates im Spermiogramm auf vitale Spermien kann in 3 Monatsabständen erfolgen.
Zur Planung eines solchen Eingriffs vereinbaren Sie bitte einen Termin für die Männersprechstunde in unserer Urologischen Ambulanz.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder Urologen oder vereinbaren Sie einen Termin unserer Andrologie-Sprechstunde am Freitag von 8 bis 12 Uhr unter 089/1797 2603
In Notfällen erreichen Sie den urolog. Dienstarzt 24h unter 089/1797 2640
