Alternative zu radikaler Prostata-Entfernung
Frage:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte mich gerne als Selbstzahler bei Ihnen erkundigen, welche Möglichkeiten mein Mann der einen Beutel Katheter seit circa 9 Wochen hat, jener nach einem Nierenstau gelegt wurde. Der Befund soweit: ein nicht streuender Karzinom. Sein Wunsch wäre es den Katheter wieder los zu werden.... Bitte, was für Möglichkeiten ausser der radikalen Prostata Entfernung gäbe es noch Ihrer Meinung nach? Vielen Dank im Voraus.
Mit Besten Grüssen
Antwort verfasst am 05.08.2010:
Guten Tag,
um Ihnen hier seriös antworten zu können, müsste ich den detaillierten Befund ihres Mannes kennen. Auch andere Faktoren, wie das Alter ihres Mannes spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Denn es gilt die Therapien zu wählen, die die größten Heilungschancen versprechen und die geringsten Risiken bergen.
Ich gehe davon aus, das es sich um ein Prostatakarzinom handelt.
Grundsätzlich gibt es, neben dem operativen Vorgehen, mehrere alternative Möglichkeiten, um ein Prostatakarzinome zu therapieren, z.B:
Externe Bestrahlung
Die Bestrahlung des Prostatakarzinoms setzt eine exakte Bestrahlungsplanung voraus. Durch CT-gesteuerte sogenannte 3D-konformale Bestrahlung gelingt es, die Nebenwirkungen der Bestrahlung auf ein Minimum zu beschr nken. Die gesamte Strahlendosis wird auf etwa 40 Tage aufgeteilt so dass sich die gesamte Behandlung ber etwa 8 Wochen erstreckt.
Wichtige Nebenwirkungen bei Operation oder Strahlentherapie: In sehr seltenen Fällen Harninkontinenz (Unfähigkeit, den Harn zurück zu halten) und / oder der Verlust der sexuellen Potenz können nach der operativen wie auch der Strahlenbehandlung auftreten. Dies ist begründet in der engen räumlichen Beziehung der Prostata zu den Nerven, die für die Erektion des männlichen Gliedes verantwortlich sind bzw. für den willkürlichen Schließmuskel der Blase. Wird der Tumor frühzeitig erkannt und auf oben genannte Weise behandelt, ist auch insbesondere die Erhaltung der sexuellen Potenz unproblematisch.
Brachytherapie
Hier gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Permanente Implantation von kleinen Strahlenquellen, sog. seeds mit niedriger Dosisleistung, die im
Körper verbleiben und die vor bergehende Implatation von Hohlnadeln, die für kurze Zeit mit Strahlenquellen hoher Dosisleistung beschickt werden, sog. High-Dose-Rate-Brachytherapie.
Sinnvollerweise sollten Sie einen Termin in unserer ambulanten Sprechstunde vereinbarn, oder einen unserer kompetenten Konsiliarärzte aufsuchen (sh. Rubrik: Team) um das weitere Vorgehen unter Berücksichtigung der oben genannten Faktoren zu besprechen.
Weitere Informationen zum Prostatakarzinom sowie unsere Kontaktadressen finden Sie unter:
http://www.prostatazentrum-nymphenburg.de/therapie-des-prostatakarzinoms.php
Freundliche Grüsse
OA Dr. F. Fuchs
