Reizblase in den Wechsejahren (56)
Frage:
Die Wechseljahre haben mir (56Jahre)2007 eine Reizblase gebracht. Besonders nach Kälte, Nässe, Zugluft hat sich für 1-2 Tage meine Blase mit Druckschmerz und häufigem Toillettengang gemeldet,und war auch gut mit einfachen Mitteln in Griff zubekommen. 1-2x im Jahr kam eine Blasenentzündung dazu, die mit Cotrim forte behandelt wurde.
Anfang Juni. dieses Jahres wurde bei mir der Erreger Streptococcus aureus festgestellt. Ich bekam Tavanic,obwohl ich nach Nebenwirkungen
gefragt hatte.(bin Schmerzpatient mit Gelenk- und Muskelschmerzen)
Nach der 1. Tablette wachte ich mit starken Gelenk- und Sehnenschmerzen auf.Inzwischen, nach 6 Wochen kann ich wieder kurze Strecken gehen.
Die Blasenbeschwerden sind geblieben, obwohl ich weiter mit Monuril
und 3 Tage Cofuroxim behandelt wurde.Ich reagiere von Woche zu Woche
extremer auf äußere Reize,obwohl ich auch bei Hitze mit Wolldecke auf der Terasse sitze.Selbsttests mot Comburtest zeigen eine Ver-
färbung im Leukofeld, aber keine Bakterien. Inzwischen habe ich einen ständigen Druckschmerz nach unten, leichte Inkontinenz im Sitzen und das ständige Gefühl auf die Toillette zu müssen.
Beim Urologen gab es Ärztemuster von Spasmolyt und Vesikur, die ich
wegen starken Nebenwirkungen (Blutdruckabfall) nicht lange nehmen
konnte.
Info:Gebärmuttervorfall nach der letzen Geburt 1988,gut zurückge-
bildet. Z.Zt psychisch angeschlagen,da ich nicht arbeiten kann.
Schlechter Allgemeinzustand,,Müdigkeit, Schwächegefühl,Gewichtabnahme und Infektanfälligkeit..
Für einen guten Rat wäre ich Ihnen dankbar.
Herzliche Grüße
Antwort verfasst am 26.07.2010:
Sehr geehrte ...,
ob zwischen einzelnen Arzneimitteln Wirkungsverstärkungen oder Wirkungsabschwächungen auftreten, ist individuell sehr verschieden.
Trospiumchlorid z.B. ist ein Mittel, das zum ruhigstellen der überaktiven Blase eingesetzt wird und wegen seiner unproblematischen Ausscheidung über den Harntrakt andere Arzneimittel kaum beeinflusst.
Bei einer erneuten eingehenden Untersuchung durch den Facharzt, die ich ihnen empfehlen würde, sollten Sie dies zur Sprache bringen.
Urinuntersuchung, Ultraschalluntersuchung, Blasendruckmessung (Zystometrie) und Blasenspiegelung (Zystoskopie)
sind Untersuchungsmethoden, die zur Erlangung einer eindeutigen Diagnose angewendet werden.
Dem geht natürlich ein ausführliches Gespräch mit dem Urologen voraus.
Zu den so genannten konservativen Maßnahmen, die bei schwächer ausgeprägten Symptomen der Harninkontinenz durchaus wirksam sind, gehören regelmäßiger Gang zur Toilette zu festgelegten Zeiten (Blasentraining), Beckenbodengymnastik sowie Verzicht auf Rauchen, übermäßigen Alkohol- und Kaffeegenuss sowie gegebenenfalls der Abbau von Übergewicht.
Als operatives Vorgehen bei der Harninkontinenz bietet sich bei bestehender Beckenbodenschwäche mit Blasensenkung und Senkung der inneren Geschlechtsorgane (Blasen-, Gebärmutter-, Scheidenvorfall) eine korrigierende Operation an. Neueste Operationstechniken ermöglichen Eingriffe mit minimal-invasiver Therapie und geringer Belastung für die Betroffene.
(Auszug aus unserer Website. Unter http://www.prostatazentrum-nymphenburg.de/beckenbodenzentrum.php finden sie weitere ausführliche Informationen sowie unsere Kontaktdaten der Inkontinenzsprechstunde.)
Freundliche Grüße
Dr. Florian Fuchs
